Eine Woche bei Christina - unser Besuch bei Dog Passion Sri Lanka.

März 2026, Sri Lanka.

Ah, du meinst Christina - "the lady with the many dogs and the blue car."

Wir waren noch keine zwölf Stunden im Land, als uns ein Surf-Lehrer am Strand das sagte. Wir hatten ihm gerade abgesagt – keine Zeit für Surfstunden, wir wollten zu Dog Passion. Er nickte und wusste sofort, wen wir meinten.
Das war unsere erste Lektion über Christina: Wer länger in dieser Ecke Sri Lankas unterwegs ist, kennt sie. Nicht, weil sie sich vermarktet. Sondern weil sie da ist – mit ihrem blauen Auto, mit ihren Hunden, meistens auf dem Weg zum nächsten Tier, das Hilfe braucht.


Christina kommt ursprünglich aus der Nürnberger Gegend. 2016 war sie als Touristin in Sri Lanka, begegnete einem verletzten Straßenhund, dem niemand half – und entschied, nicht mehr wegzusehen. Aus einem Hund wurden viele, aus privater Hilfe wurde Dog Passion Sri Lanka, aus einer Frau mit einem blauen Auto wurde ein Team mit zwei Shelterstandorten und 16 einheimischen Mitarbeitenden.

Was Christina jeden Tag macht.

Christina versorgt nicht nur die Hunde, die in den Sheltern leben. Sie fährt zu verletzten und kranken Straßenhunden. Sie organisiert Tierarztbesuche, Medikamente und Futter. Sie lässt Hunde kastrieren, um neues Leid zu verhindern. Sie beschäftigt einheimische Mitarbeitende, weil sie überzeugt ist, dass Tierschutz vor Ort getragen werden muss.

Und sie versucht, etwas Schwieriges: die Angst vor Straßenhunden in der Bevölkerung abzubauen. Die Vorstellung zu verändern, dass dieses Leid einfach dazugehört.

Während wir eine Woche lang versucht haben, das alles zu begreifen, war es für Christina einfach ihr Alltag.

100 Hunde, die nach zwei Minuten ruhig sind.

Das Beachland-Shelter steht auf einem Grundstück, das ein Mönch Christina überlassen hat. Direkt am Meer. Wenn sie kommt, öffnet sie die Tür, und die Hunde laufen mit ihr kurz an den Strand und ins Wasser.

Wenn ein neuer Besuch eintrifft, ist es kurz laut – wie überall, wo 100 Hunde leben. Aber dann, nach zwei Minuten, ist es erstaunlich still. Die Tiere kennen ihren Alltag.

Was uns auffiel:

  • Viele Hunde laufen auf drei Beinen, manche auf zwei. Über den Sand kommen sie damit erstaunlich schnell vorwärts.
  • Es gibt Hunde, die regelmäßig auf einen Baum klettern. Einfach so. Wir haben es selbst gesehen.
  • Christina hat das Shelter mit einheimischen Angestellten besetzt. Volontäre kommen dazu, ein oder zwei sind meist da, einer kann immer bei ihr wohnen.

Wir haben einen Hund. Er heißt Buddy.

Bei Christina lebt seit Längerem ein Hund, dessen Versorgungskosten wir monatlich übernehmen – 35 Euro, für den Rest seines Lebens. Wir haben ihn nach unserer Marke benannt: Buddy.

Er ist nicht "unser" Hund. Er ist Christinas Hund und er lebt bei ihr zu Hause. Aber er trägt unseren Namen. Und wir wissen, dass er dort gut aufgehoben ist.

Eine Fahrt zum Tierarzt, die bleibt.

Ein Rüde, Aurelio, im Shelter rutscht sich beim Sitzen wund. Der Hintern war so aufgescheuert, dass die Wunde bis auf die Knochen reichte und genäht werden musste.

Tom war zur selben Zeit zu Besuch wie wir – der Mann, der Dog Passions Website gebaut hat. Wir sind also zu zweit auf dem Roller zum Tierarzt gefahren, mit Aurelio zwischen uns. Eine Strecke, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Währenddessen war Val mit dem Roller einer Mitarbeiterin an der Tankstelle. Benzin ist knapp in Sri Lanka. Touristen werden bevorzugt bedient. Val war es furchtbar unangenehm. Aber ohne Benzin keine Versorgungsfahrten zu den Hunden. Also ist Val gefahren.

Das sind die Momente, in denen mir klar wurde, was diese Arbeit täglich heißt.

2021 wurden fast 30 Hunde im Beachland vergiftet.

Wir wollen ehrlich sein, auch wenn es weh tut: Tierschutz in Sri Lanka besteht nicht nur aus Strand, wedelnden Schwänzen und geretteten Hunden.

2021 wurden nachts Giftköder auf das Gelände am Beachland geworfen. Fast 30 Hunde starben.

Für Christina war klar: Dieser Angriff galt nicht nur den Hunden. Er sollte sie vom Beachland vertreiben. Nach allem, was sie dort aufgebaut hatte. Nach all den Tieren, die ohne sie wahrscheinlich nicht mehr leben würden.

Christina ist nicht gegangen. Aber sie wusste, dass die Sicherheit ihrer Hunde nicht länger davon abhängen darf, ob sie an diesem Ort geduldet wird.

Also traf sie eine Entscheidung: Sie kaufte ein Grundstück im Landesinneren. Nicht, weil sie ein größeres Shelter wollte. Sondern weil ihre Hunde einen Ort brauchten, von dem niemand sie vertreiben kann.

Ein eigenes Land für ihre Hunde.

Seit 2022 baut Christina in Kalawila ein neues Shelter auf. Als wir im April 2026 dort waren, lebten bereits rund 200 Hunde auf dem Gelände. Der Bau läuft weiter – Mauer für Mauer, Bereich für Bereich. Finanziert aus Spenden, und immer nur so schnell, wie das Geld dafür da ist.

Das neue Shelter ist keine Erweiterung, die irgendwann auf einer Wunschliste stand. Es ist Christinas Antwort auf die Vergiftungen. Ein Gelände, das Dog Passion selbst gehört. Ein Zuhause, das nicht davon abhängt, dass jemand anderes seine Meinung nicht ändert.

Wir haben uns den Fortschritt vor Ort angesehen. Es geht voran. Langsam, weil das Geld langsam reinkommt. Aber es geht voran.

Was 10% bei uns bedeuten.

Dogvanture ist noch ein junges Unternehmen im Aufbau. Unsere erste jährliche Auszahlung an Dog Passion erfolgt Ende 2026. Am Anfang wird sie noch klein sein. Aber sie ist verbindlich. Und sie wird mit uns wachsen.

Nachdem wir gesehen haben, was Christina dort Tag für Tag leistet, wissen wir noch genauer, wofür wir das tun.

Ein Abendessen, kein Foto.

An einem Abend hat Christina uns zu sich nach Hause eingeladen. Wir haben gegessen, geredet und vor allem zugehört.

Ich habe versucht zu verstehen, wie ein Mensch das jeden Tag trägt: die verletzten Tiere, die Vergiftungen, die Tierarztfahrten, die Verantwortung für hunderte Hunde, 16 Mitarbeitende und die ständige Frage, ob das Geld für alles reicht.

Christina erzählt davon nicht, um bewundert zu werden. Sie erzählt, was passiert ist. Was als Nächstes gebraucht wird. Welcher Hund zum Tierarzt muss. Wo noch eine Mauer fehlt. Wann sie wieder losfahren muss.

Vielleicht ist genau das das Beeindruckende an ihr: Sie spricht nicht ständig davon, die Welt zu retten. Sie steigt in ihr blaues Auto und kümmert sich um den nächsten Hund.

Von diesem Abend gibt es kein Foto. Manche Momente sind keine Bilder.

b754d237-03e0-44df-babc-27690d3a132a

Aus einem Geschenk wurde eine Edition.

Wir hatten Christina ein Buddy-Shirt mitgebracht, mit dem Dog-Passion-Logo am Ärmel. Sie fand es so schön, dass wir entschieden haben: Davon machen wir mehr.

Heute gibt es zwei Versionen:

– die Dog Passion Crew-Edition für Christinas 16 Mitarbeitende. Die erste Runde dieser Shirts haben wir gesponsert.
– Dog Passion Sri Lanka-Shirts, die Reisende direkt vor Ort kaufen können. Jeder Verkauf unterstützt Dog Passion unmittelbar.

Parallel gibt es die Dog Passion Sri Lanka Edition in unserem Shop. Wer dieses Shirt in Berlin, München oder irgendwo dazwischen trägt, trägt eine Geschichte weiter, die in Sri Lanka begonnen hat.

Zur Dog Passion Edition

Ende des Jahres, wenn alles klappt.

Wir haben unseren Sommerurlaub gestrichen und fliegen stattdessen Ende 2026 noch einmal nach Sri Lanka. Christina sehen. Den Fortschritt am Inland-Shelter mit eigenen Augen verfolgen. Buddy besuchen.

Wenn ihr Updates wollt – auf Instagram (@dogvanture.official) erzählen wir, was bei Dog Passion passiert.

Du willst mit dabei sein?

Jeder Kauf bei Dogvanture unterstützt Dog Passion. 10% unseres Gewinns gehen direkt an Christinas Arbeit in Sri Lanka.

Du kannst Dog Passion aber auch unabhängig von uns direkt unterstützen. Am Ende zählt nicht, woher die Hilfe kommt – sondern dass sie ankommt.

1 von 2